Ernst May zum Thema „Verdichtung“

 

Als schließlich zu Beginn der 1960er Jahre der Ruf nach stärkerer Verdichtung und

einem „urbaneren“ Charakter der Wohnsiedlungen laut wird, folgt

May auch dieser Tendenz, er versucht freilich noch immer, diese mit

einem ausgeprägten landschaftlichen Bezug zu verbinden.

Auffallend ist bei den von May geplanten Siedlungen generell die

starke Betonung des Elements der Landschaft und der Grüngestaltung,

dem May entscheidende Bedeutung für das positive „Wohnklima“

beimisst. Mays Betonung der Einbettung der Gebäude in Grünflächen

und die innige Verschränkung des Wohnens mit dem Grün legte,

geht weiter als die zeittypische Lehre von der funktionalen Stadt und

der Stadtlandschaft mit ihrer Durchgrünung der Wohnbezirke. Die

besondere Natur- und Pflanzenliebe Mays, die sich eigenen Angaben

zufolge seit frühester Kindheit entwickelte, hat ihren Widerschein

in der Betonung der Konzeption von Grünflächen. Zwar ist bei

den Siedlungsplanungen jeweils ein Gartenarchitekt beteiligt, die

Grünplanung bildet jedoch bei Mays Siedlungen mit ihrer abgestuften

Hierarchisierung von Grünflächen einen so fundamentalen Bestandteil der

Konzeption, dass sie als eine Besonderheit gegenüber

zeitgenössischen Planungen gesehen werden kann. (…)

 

(…) Dem Grün misst May eine besondere Rolle bei der Entwicklung

der menschlichen Persönlichkeit bei:

„Eines steht außer Zweifel: je enger die Verbindung zwischen Wohnung und Grün – wo möglich

in Form eines Eigengartens oder Atriums – um so günstiger die Voraussetzungen für die Entfaltung des Persönlichen.“

(Ebd., 407f)

 

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